Ärztliche Tätigkeit at its best

Herzgruppe, was ist das?

Den ambulanten Herzgruppen liegt der Gedanke zu Grunde, körperliche Aktivität konsequent für die Rehabilitation Koronarkranker einzusetzen. In der Frühphase wurden in den ambulanten Herzgruppen ganz überwiegend Infarktpatienten betreut. Im Laufe der letzten Jahre hat sich jedoch das Indikationsspektrum erheblich erweitert. Gleichzeitig hat sich inhaltlich eine Verlagerung zu einer ganzheitlichen Betreuung der Patienten durchgesetzt. Diese Veränderungen spiegeln sich auch in der Umbenennung der früheren „Infarktsport- oder Koronarsportgruppen“ in „ambulante Herzgruppen“ wider.

Die DGPR (Deutsche Gesellschaft für kardiologische Prävention und Rehabilitation) hat die ambulanten Herzgruppen folgendermaßen definiert:

„Die Herzgruppe ist eine Gruppe von Patienten mit chronischen Herz-Kreislaufkrankheiten, die sich auf ärztliche Verordnung unter Überwachung und Betreuung des anwesenden Herzgruppenarztes und einer dafür qualifizierten Fachkraft regelmäßig trifft. Gemeinsam werden im Rahmen des ganzheitlichen Konzeptes durch Bewegungs- und Sporttherapie, Erlernen von Stressmanagementtechniken, Änderungen im Ess- und Genussverhalten und durch psycho-soziale Unterstützung Folgen der Herzkrankheit kompensiert und Sekundärprävention angestrebt“. Bewegungstherapie ist dabei ärztlich verordnete, in den umfassenden Therapieplan einbezogene, dosierte und der Leistungsbeeinträchtigung des Patienten individuell angepasste, vom Gruppenarzt überwachte körperliche Aktivität.“

Herzgruppenarzt dringend gesucht:

Was die DGPR mit ihrer Definition sehr deutlich formuliert, ist die Bedeutung und die Aufgabenvielfalt des betreuenden Arztes, der nicht, wie fälschlich oft angenommen allein für evtl. erforderliche Notfallmaßnahmen zuständig ist, sondern entscheidend das Angebot „Herzgruppe“ therapeutisch gestaltet und bestimmt. 

Grundsätzlich ist jeder approbierte Arzt berechtigt, eine Herzgruppe zu betreuen.

Ausreichende Qualifikationen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauferkrankungen, die sichere Handhabung von Notfallmaßnahmen bei

kardialen Zwischenfällen sowie Kenntnisse über Rehabilitationsmöglichkeiten sind allerdings wünschenswert. Eigene sportliche Vorerfahrungen wären hilfreich.

Die indikationsgerechte Zuordnung des Patienten in die jeweilige Übungs- oder Trainingsgruppe, die Überwachung des bewegungstherapeutischen Angebots sowie die Dokumentation relevanter Patientendaten gehören zu den originären Aufgaben des Herzgruppenarztes. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Übungsleiter und dem Hausarzt 

sollte selbstverständlich sein.

Der Arzt - Patienten Kontakt erfährt über das motivierende Medium „körperliche Aktivität“ eine ganz andere Qualität. Darüber hinaus bietet die entspannte Atmosphäre der Herzgruppe dem engagierten Arzt eine außerordentlich günstige Situation zur Vermittlung medizinischer Informationen, für Gruppen und Einzelgespräche zu sensiblen Themen der Erkrankung sowie zur Lebensstilberatung. 

 

Rahmenbedingungen:

  • Für die Weiterbildung Sportmedizin wird im Rahmen der Tätigkeit im Sportverein die Betreuung von Herzgruppen angerechnet. Nähere Auskunft erteilt hierzu der Sportärztebund Schleswig-Holstein e.V., Tel. 0431 / 8 80-37 75
  • Die ärztliche Betreuung von Herzgruppen ist eine freiberufliche Tätigkeit, d.h. der betreuende Arzt sollte unbedingt klären, ob seine Berufshaftpflichtversicherung diese Tätigkeit abdeckt. Bei niedergelassenen Ärzten ist dies in der Regel der Fall, angestellte Ärzte sollten sich eine schriftliche Bestätigung des Versicherers geben lassen. Ärzte ohne berufliche Tätigkeit können über eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der LAG und der DGPR eine Berufshaftpflichtversicherung allein für die Tätigkeit in einer Herzgruppe für z.Zt. 70.- EUR, Jahresbeitrag inklusive, abschließen.
  • Eine angemessene Vergütung der ärztlichen Betreuung ist aufgrund der Finanzierungsmöglichkeiten der Herzgruppen von vornherein ausgeschlossen.

Allerdings werden von den meisten Gruppen Aufwandsentschädigungen gezahlt

(⋛ 30 €/Std.), die bis zu einer Obergrenze von z.Zt. 2.400.- € pro Jahr

steuerfrei bleiben.

  • Die erforderliche und rechtlich vorgeschriebene Notfallausrüstung (Defibrillator + Notfallkoffer) muss von dem Träger der Herzgruppe finanziert werden, verantwortlich für die ordnungsgemäße Ausstattung und Wartung ist allerdings immer der Arzt, der aktuell die Gruppe(n) betreut.

 

Was können wir Ihnen bieten:

  • Zertifizierte Fortbildungsangebote (Ärztekammer SH)
  • Vermittlung von Herzgruppen für Ihre Patienten
  • Beratung zur Betreuung von Herzgruppen
  • Vermittlung einer Tätigkeit als betreuende/r Ärztin/Arzt in Herzgruppen
  • Vollständige Präsentationen für Patienten Informations- und Schulungsveranstaltungen

zu Maßnahmen der Herzkreislauf Primär- und Sekundärprävention

 

Merke:

Ohne das ehrenamtliche Engagement zahlloser Ärztinnen und Ärzte in Schleswig-Holstein wären die vielfältigen Aufgaben der Landesarbeitsgemeinschaft nicht möglich.

Angefangen bei der ärztlichen Betreuung von Herzgruppen, Referententätigkeit im Rahmen der Gesundheitsinitiative Herzintakt, bis hin zur Vorstandstätigkeit.