Was ist eine Rehasportgruppe?

Rehabilitationssport ist eine ergänzende Maßnahme im Rahmen der medizinischen Rehabilitation und zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen Sport und Training als sogenannte “Ergänzende Leistungen zur Rehabilitation” unterstützen. Dieser Leistungsanspruch des Patienten ist im § 44 des Sozialgesetzbuches (SGB) IX gesetzlich verankert. Verordnungen können an Personen ausgestellt werden, bei denen die potenzielle Gefahr einer zukünftigen Behinderung oder eines chronischen Beschwerdebildes besteht; ebenso natürlich an Patienten, die bereits von einer Behinderung betroffen sind.

Rehasport im Bereich der Orthopädie ist z.B. eine sinnvolle Anschlussbehandlung nach Operationen und physiotherapeutischen Behandlungen. Auch nach Krebserkrankungen ist sportliche Aktivität wichtig. Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit sind unumstritten: Alltagsbeschwerden werden vermindert und krankheitsbedingten Folgeschäden können entgegengewirkt werden. Das Risiko, an Folgeerkrankungen zu erleiden, sinkt. Bei folgenden Indikationen können Sie eine Verordnung für Rehabilitationssport erhalten:

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Was ist eine Herzgruppe?

Herzgruppen betreuen chronisch Herzkranke im Sinne einer lebenslangen Rehabilitation am Heimatort. Bezeichnet werden sie als ärztlich betreute und
begleitete Hilfe zur Selbsthilfe, in denen die "Mündigkeit" des einzelnen Patienten geweckt und gestärkt werden soll, damit er als "Fachmann seiner Krankheit" kompetent Selbstverantwortung übernehmen kann.
Dazu erlernt er in den Herzgruppen die Einschätzung seiner eigenen körperlichen Belastbarkeit, die Beherrschung seiner persönlichen Risikofaktoren
(Sekundärprävention) und die Bewältigung seiner persönlichen Einschränkung durch die chronische Krankheit.
Ein- bis zweimal pro Woche werden bundesweit über 100.000 Patienten, z. T. mit ihren Lebenspartnern, so betreut und angeleitet von entsprechend qualifizierten Übungsleitern und mehr als 7.000 Ärzten, die diese Aufgabe in ihrer großen Mehrzahl ehrenamtlich ausüben.
Organisatorisch werden diese Gruppen von den Landesverbänden der DGPR betreut und unterstützt.

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Die Herzgruppe am Wohnort

Herz-Kreislauferkrankungen sind zum größten gesundheitlichen Problem unserer Zeit geworden.
Wie geht es jetzt weiter? Diese Frage stellt sich wohl allen, die nach einem Herzinfarkt oder einer anderen schwerwiegenden Herzkreislauferkrankung nach einer Behandlung im Akut-Krankenhaus und evtl. einer Anschlussheilbehandlung in einer Rehabilitationsklinik wieder in den Alltag zurückkehren.
Hinter dieser Frage stecken Probleme, die allein mit der Unterstützung von Hausarzt, Familie und Freunden nicht gelöst werden können. Die Verbesserung der Lebenserwartung und nicht zuletzt der Lebensqualität ist nur mit einer Senkung der Risikofaktoren zu erreichen.
Um Risikofaktoren dauerhaft ausschalten zu können, reicht aber die konventionelle Behandlung meist nicht aus, deshalb empfiehlt sich die Teilnahme in einer Herzgruppe.

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Welche Voraussetzungen muss ich für die Teilnahme an einer Herzgruppe erfüllen?

  • Einfach Belastungsuntersuchung durchführen und ärztliche Empfehlung vom behandelndern Arzt / Hausarzt zur Teilnahme an einer Herzgruppe erteilen lassen.
  • Ggf. haben Sie Anspruch auf Kostenübernahme durch gesetzliche Kostenträger: In diesem Fall stellen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Rentenversicherung den Antrag auf Förderung von Rehabilitationssport mit Hilfe des vom Arzt ausgefüllten Vordrucks 56.
  • Zur weiteren Information und Vermittlung einer Herzgruppe am Wohnort in Schleswig-Holstein wenden Sie sich telefonisch an uns oder finden die von uns anerkannten Herzgruppen auch online sowohl unter der Herzgruppenträgersuche als auch unter der Herzgruppensuche.
  • Eine Gruppe "aussuchen" und anschauen, bzw. zur Probe mitmachen.

Ist eine Herzgruppe für mich geeignet?

Die Mitglieder einer Herzgruppe treffen sich in der Regel einmal in der Woche zum gesundheitsorientierten Sport, zu Spielen und Gesprächen. Bei Sport und Spiel geht es jedoch nicht darum, Höchstleistungen zu erreichen. Vielmehr wird den Teilnehmern in der Herzgruppe die Möglichkeit gegeben, an ihrem Wohnort die in der Rehabilitationsklinik erlernte Bewegungstherapie fortzusetzen. Dabei soll sich jeder so viel belasten, wie es sein Gesundheitszustand erlaubt und vom Arzt und Übungsleiter für Herz und Kreislauf für notwendig gehalten wird. Durch die richtig dosierte Bewegung werden Herz und Kreislauf trainiert. Ein trainiertes Herz strengt sich weniger an bei den Belastungen im Beruf, beim Treppen steigen oder zum Beispiel beim Tragen von Einkaufstaschen. Auch ist ein trainiertes Herz gegenüber Rhythmusstörungen widerstandsfähiger. Die Gefahr, dass Sie sich bei Sport und Spiel in der Herzgruppe überfordern, besteht praktisch nicht. Dafür sorgen Ihr Übungsleiter und der Herzgruppenarzt.

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Sporttherapie für Patienten mit Herzschwäche

Sport ist gesund, dieser Slogan wird ausdauernd und mit vielen weiteren positiven Attributen versehen in allen einschlägigen Medien kommuniziert.

Leider nicht so erfolgreich wie erhofft, sind doch über 50% aller Deutschen reichlich übergewichtig mit den entsprechenden negativen Folgen für die Gesundheit. Dass Bewegung auch kranken Herzen gut bekommt, wissen zumindest die rund 120.000 Teilnehmer in den Herzgruppen.

Sehr lange wurde allerdings die Bewegungstherapie bei Menschen mit schwachen Herzen, der Herzinsuffizienz, kritisch gesehen. Neuerdings gibt es zwar vorsichtige, aber durchaus sehr erfolgreiche Ansätze für eine spezifische Trainingstherapie bei Herzschwäche.

Wie jeder andere Muskel auch, kann der Herzmuskel trainiert werden, mit erstaunlichen Erfolgen hinsichtlich Belastbarkeit und Lebensqualität.

Patienten mit einer Herzschwäche sind in den allgemeinen Herzgruppen allerdings oft überfordert.

Mit speziellen Angeboten wird die LAG Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. deshalb die Einrichtung von speziellen Angeboten unterstützen und einrichten. Diese Angebote sollen eine Alternative bieten und als Einstieg für eine Verbesserung der Belastungsfähigkeit und damit auch einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität dienen.

Ein individuelles Trainingsprogramm bewirkt bei Herzinsuffizienz außerordentlich günstige Effekte, ist auch bei sehr gering belastbaren Patienten und im hohen Alter möglich. Schon eine geringe Trainingsintensität führt zu messbaren Verbesserungen.

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BSG-Urteil zur zeitlichen Beschränkung des Reha-Sports

Ähnlich wie sich das Bundessozialgericht bereits zum „Funktionstraining“ ausgesprochen hat, hat der 1. Senat in seiner Sitzung vom 02.11.2010 entschieden, dass der verordnete Reha-Sport in Gruppen nicht als bloße „Hilfe zur Selbsthilfe“ angelegt sei. Das BSG verneint ausdrücklich die zeitliche Begrenzung, da hier das Erlebnis des Gruppenangebotes in besonderer Weise rehabilitativ wirke.

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„Herzpass“ als sinnvolles Hilfsmittel!

In Kooperation mit der Firma Pohl-Boskamp bieten wir den Herzpass an.
In bewährter Form, mit einigen inhaltlichen Ergänzungen steht der Pass auf Anforderung für unsere Herzgruppen ab sofort wieder zur Verfügung.
Was diesen Pass auszeichnet, ist die Zusammenfassung aller relevanten Gesundheits- bzw. Krankheitsdaten einschließlich der Möglichkeit, weitere Befunde einzufügen. Sorgfältig ausgefüllt wird der Herzpass zur übersichtlichen Dokumentation, aber auch zum Merkblatt für den nächsten Besuch beim Hausarzt, in der Klinik, in der Herzgruppe sowie auf Reisen und als Erinnerungsstütze für die tägliche Medikamenteneinnahme.
[Für Nichtmitglieder und bei Einzelanforderungen müssen wir leider eine Versandpauschale von 2,48 € pro Pass gegen Vorkasse (oder Einsendung von 4 Briefmarken à 62 Cent) berechnen.]