Was ist steuerlich zu bedenken?

(Dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung. Alle Angaben ausdrücklich ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.)

Steuerbefreiung für nebenberufliche Tätigkeiten nach § 3 Nr. 26 EStG

Voraussetzung für die Steuerbegünstigung ist laut Gesetz, dass es sich um eine pädagogisch ausgerichtete Tätigkeit für gemeinnützige Zwecke handelt. Dies wird angenommen, wenn der/die Übungsleiter/in oder der/die Betreuer/in durch persönliche Kontakte auf andere Menschen Einfluss ausübt, um die Entwicklung der Fähigkeiten dieser Menschen zu fördern.

Übungsleiter, die nebenberuflich bei gemeinnützigen Trägern – also meist Sportvereinen – Sport unterrichten / Herzgruppen betreuen, üben eine nach § 3 Nr. 26 EStG begünstigte Tätigkeit aus. So können Sie zusammen bis zu 2.400 € jährlich steuerfrei erhalten.

Sind Sie für mehrere gemeinnützige Träger tätig, müssen Sie jedem Träger einen Teil des gesamten Freibetrages formlos schriftlich zuweisen. Die Träger müssen dies auch jährlich schriftlich abfragen. Dies ist vielen Trägern leider nicht bekannt! Übersteigen Sie den Jahresfreibetrag von 2.400 € ist der übersteigende Betrag nicht sozialversicherungs- und steuerfrei! Sie müssen die rechtliche Grundlage Ihrer Tätigkeit dann neu regeln. Tun Sie dies nicht, bringen Sie sich und die Träger, für die Sie tätig sind, in Haftungsprobleme. 

Sofern Sie nebenberuflich selbständig als Übungsleiter tätig sind, steht Ihnen der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG ebenfalls zu.

Sofern Sie hauptberuflich für denselben Träger arbeiten oder als Übungsleiter hauptberuflich selbständig sind, steht Ihnen der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG leider nicht zu.

 

Werbungskostenabzug
bzw. Betriebsausgabenabzug für selbständige Übungsleiter

Nach § 3c EStG dürfen Ausgaben, soweit sie mit steuerfreien Einnahmen in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, [eigentlich] nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden. Ausgaben, die zugleich steuerfreie und steuerpflichtige Einnahmen betreffen, sind – ggf. im Schätzungswege – aufzuteilen und anteilig abzuziehen.

Seit dem Jahr 2000 dürfen abweichend von diesen Grundsätzen nach § 3 Nr. 26 Satz 2 EStG in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der nebenberuflichen Tätigkeit stehende Ausgaben nur insoweit als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen.

In Arbeitnehmerfällen ist in jedem Fall der Arbeitnehmer-Pauschbetrag anzusetzen, soweit er nicht bei anderen Dienstverhältnissen vollständig genutzt wird.

Entstehen Betriebsausgaben zur Vorbereitung einer unter § 3 Nr. 26 EStG fallenden Tätigkeit und wird diese später nicht aufgenommen, kann der entstandene Verlust in voller Höhe, also ohne Kürzung um den Freibetrag, berücksichtigt werden.